Samstag, 7. Juni 2008

Update zu meiner Arbeit

Wie versprochen schreibe ich jetzt nochmal etwas über meine Arbeit.

Wie ich, glaube ich, schon angedeutet habe hat sich da so einiges getan.

Ich fange jetzt aber mal von vorne an. Wie ich ja auf meinem Blog berichtet habe gab es vor einigen Monaten einen kleinen Zwischenfall der zur Folge hatte das wir nicht mehr in unserem ursprünglichen Projekt arbeiten konnten, so jedenfalls die Theorie.

Denn Schlussendlich haben wir nur den physischen Teil unserer Arbeit in ein anderes Projekt verlegt und weiterhin Meetings besucht und administrative Arbeiten für unser altes Projekt verrichtet.

Nun erst einmal zu unserem neuen Projekt: Gideons Fields.

Nachdem wir unsere Arbeit dort im März aufnahmen bekamen wir erst einmal eine ganze Liste mit Dingen die wir machen sollten. Diese beinhaltete Aufgaben wie Bänke reparieren, Rasen mähen, Bäume fällen, Wege instandhalten, eine Abflussrinne an einem Weg graben etc.

Diese Aufgaben waren nicht immer sehr interessant und wir benötigten oft eine ganze Menge Durchhaltevermögen um diese Aufgaben zu beenden. Mir ging es oft so das ich die Arbeit verflucht habe und einfach nicht mehr arbeiten wollte. Doch auch durch diese Phasen bin ich durch gekommen und muss sagen dass die Arbeit inzwischen wieder relativ viel Spaß macht.

Allerdings erledigen wir inzwischen andere Arbeiten als die oben beschriebenen.

Denn unser eigentlicher Chef, Brian, ist vor ca. 4 Wochen mit seiner Frau nach Hawaii geflogen um Urlaub zu machen Freunde zu besuchen.

Das bedeutete für uns einen neue Aufgaben die wir teilweise noch von Brian bekamen aber auch von unserem neuen Chef, David.

So bauten wir während der letzten Wochen zwei Rank bögen, einen für Brian und einen für David.

Brian zeichnete uns einen Plan und besorgte uns das benötigte Holz bevor er sich nach Hawaii aufmachte. Das bauen des Rankbogens gestaltete sich dann aber doch etwas schwieriger als wir das dachten da auf einmal aus unerfindlichen Gründen das ganze Ding schief aussah, obwohl wir vorher alles gerade zusammen gebaut hatten. Durch kleine Korrekturen sieht nun aber alles gerade aus ;)

Durch die Erfahrungen des ersten Bogens verlief das Bauen des zweiten Borgens deutlich einfacher und schneller, und alles ist sieht gerade aus!

Desweiteren bauten wir zwei Treppen. Eine an einem Abhang der normalerweise ziemlich rutschig ist. Da aber einige Touristen Gideons Fields besichtigen musste dies irgendwie behoben werden, also bauten wir Stufen. Das Kriterium für diese Stufen war lediglich das man noch mit dem Traktor dort herunterfahren kann.








Die zweite Treppe baute ich am Parkplatz, da die meisten Besuchen sich einfach ihren Weg durchs Blumenbeet bahnten. Dies gestaltet sich leider auch schwieriger als ich dachte. Einmal da der Hang ziemlich steil ist, und zweitens da ich mir das Holz erst aus irgendwelchen Brettern zurecht sägen musste. Schlussendlich habe ich mit Hilfe der Kreissäge, eines Hobels und der Motorsäge und etwas Geduld alles beisammen gehabt. Mit dem Resultat, muss ich sagen bin ich sehr zufrieden!!

Ein weiteres Projekt das leider auch nicht ganz so funktionierte wie sich das Brian eigentlich vorgestellt hat, war Bänke die wir bauen sollten. Diese befinden sich mitten im Wald und sollten eigentlich in der Form eines Diamanten angeordnet sein. Da sich dies aber als sehr schwer herausstellte änderten wir die Form zu einem Quadrat. Auch sollte die Sitzfläche aus zwei Brettern bestehen und Rundbalken die im Boden verankert sind. Rundbalken zu finden auf die man zwei Bretter nageln kann war sehr schwer und auch sehr teuer. Also änderten wir auch das und benutzten Rundbalken die etwas schmaler sind und nagelten nur ein Brett darauf. Weitere, ähnliche Projekte werden in den nächsten Wochen folgen! Ich muss sagen dass diese Art von Arbeit relativ viel Spaß macht, da man wirklich das Erscheinungsbild des Parks verändert und eine bleibende Veränderung hinterlässt!


Nun komme ich zu meinem alten Projekt: Kaituna 8B1.

Seit den Hearings im Dezember, bei dem wir mit unserer Submission (Einreichung) den ganzen Prozess praktisch gestoppt haben, haben weitere Hearings anfang Mai stattgefunden.

Da der ganze Prozess inzwischen aber ziemlich kompliziert geworden ist, hat sich der Trust entschieden Anwälte zu engagieren, welche für das Hearing im Mai abermals eine Submission vorbereiteten, welche den Prozess wieder stoppte. Das Hearing Komitee verdonnerte danach die Angestellten der Stadtverwaltung dazu mit uns in Kontakt zu treten und unsere Probleme mit und zu Diskutieren und eine Lösung herbei zuführen. Dazu fanden zwei Meetings statt. Am Ende des zweiten Meetings stand eine Vereinbarung dass die Stadt verschiedene Veränderungen bei uns auf dem Land vornimmt und diese bezahlt. Desweiteren wird unteranderem eine Untersuchung der Wasserqualität vorgenommen und untersucht welche Fische etc. in diesem Kanal leben.

Diese Forderungen wurden vom Umweltamt (Environment Bay of Plenty) und der Stadtverwaltung unterstützt. Damit haben wir die erste schwere Hürde genommen. Denn der Prozess wurde mit dem letzten Hearing ende Mai offiziell beendet. Nun muss man nur noch auf den Bericht des Komitees warten.

Für mich war das letzte Hearing sehr befriedigend, denn es hat einen Prozess beendet den wir am Anfang des Jahres, zusammen mit dem Trust, gestartet haben und der nun erfolgreich, wie ich finde, beendet wurde. Daran wird aber auch deutlich wie schnell ein Jahr vorbei ist! Die Erfahrungen die ich während der Arbeit an der Submission und mit dem Trust gemacht habe ist unbezahlbar. Manchmal habe ich während des Jahres echt gedacht das wir mit dem Trust nie auf einen grünen Zweig kommen werden. „Die wissen doch eh nicht was die wollen!“, so mein Gedanke. Umso mehr freue ich mich dass sie es geschafft haben diesen Prozess jetzt erfolgreich zu beenden. Jetzt muss der Trust nur weiter die Prozesse vorantreiben.

Montag, 2. Juni 2008

Waitomo Caves

Ich will ja gar nicht daran denken wie lange ich hier auf meinem Blog schon nichts mehr geschrieben habe. Es ist nicht so das in den letzten Wochen nichts passiert ist, es ist eine ganze Menge passiert!! Ich kann es kaum glauben das in fünf Wochen mein Jahr in Neuseeland vorbei ist! Wenn mir einer am Anfang des Jahres erzählt hätte, dass das Jahr so schnell vorbei geht hätte ich ihm wohl nicht geglaubt ;) oder wie der Neuseeländer sagen würde: Whatever! Vor einigen Wochen war ich zusammen mit Moritz bei den Waitomo Caves. Wir bekamen glücklicherweise das Auto von einer Frau die bei ihm im Projekt arbeitet. Wir starteten morgens um neun, sodass wir genug Zeit hatten die ca. 200km lange strecke zurückzulegen. Es blieb uns sogar noch etwas Zeit vorher schnell bei Mc Donalds anzuhalten und etwas zu essen.
Um 12:45 Uhr trafen sich alle an der Rezeption des Anbieters von wo wir mit einem Bus zu der Höhle gefahren wurden. Alle waren sehr gespannt, denn auf dem Programm stand Abseilen, Blackwater Rafting, Glühwürmchen anschauen, Klettern und natürlich die Besichtigung der unterirdischen Höhle! Doch bevor wir richtig starten konnten bekamen wir erst eine Einweisung wie wir unsere Ausrüstung zu benutzen hatten, besonders die Ausrüstung zum Abseilen. Danach konnte es endlich losgehen! Am Eingang der Höhle angekommen mussten wir, um in die Höhle zu gelangen, uns erst einmal 27m Abseilen. Der Blick während des Abseilens auf und in die Höhle war super! Leider landete man im Wasser und ich musste ziemlich schnell feststellen, dass die Gummistiefel Löcher in der Sohle hatten, und das Wasser verdammt kalt war! Ich stellte mir natürlich die Frage warum die verdammten Stiefel Löcher haben. Die Antwort bekam ich kurze Zeit später, denn wir warteten durch Knie hohes Wasser. Ohne die Löcher in den Stiefel würde das Wasser in den Stiefeln stehen und das Laufen sehr anstrengend machen!
Bevor wir anfingen den unterirdischen Bach hinauf zu laufen bekamen wir alle einen Traktorschlauch. Nach einigen Minuten laufen legten wir eine Pause ein. Wir setzten uns in unsere Schläuche und machten unsere Helmlampen aus. Über uns erstrahlte ein „Sternenhimmel“, so sah es zumindest aus. Eigentlich waren es aber hunderte wenn nicht tausende Glühwürmchen. Danach stand das Blackwater Rafting bevor. Blackwater, da es unterirdisch ist. Wir setzten und in unsere Reifen und trieben mit der Ströhmung den Bach hinunter. Dabei konnten wir die Glühwürmchen beobachten die über uns erstrahlten. Nach einer ganzen Weile hielten wir an da wir von nun an mehr oder wenigen durch die Höhle laufen mussten. Wir balancierten über schmale Felsen, zwängten uns durch kleine Öffnungen und erreichten schließlich einen Platz an dem wir etwas zu trinken bekamen und etwas Schokolade ;)
Danach ging die Kletterei weiter, durch schmale Schluchten und vorbei an Tropfsteinen. Wieder am Eingang angekommen dachten wir schon nun ist alles schon wieder vorbei, doch das war nicht ganz der Fall, denn wir mussten ja auch irgendwie wieder aus der Höhle herauskommen. Das hieß das wir eine etwas glitschig aussehende Felswand hinaufklettern mussten. Sah aber schlimmer aus als es schlussendlich war. Oben angekommen ging es zurück zur Rezeption, wo ein Bescher Suppe für uns bereit stand. Damit war dieses wunderbare Erlebnis leider schon vorbei.

Moritz und ich machten uns danach auf den Rückweg nach Auckland. Nach einem Stop für ein Abendessen, kamen wir schließlich gegen 22 Uhr wieder in Auckland an.



Jetzt fragt ihr euch bestimmt wie es mir so geht! Ich kann nur sagen es geht mir sehr gut!
Ich habe vor einigen Wochen eine Zusage von der Uni in Den Haag bekommen und werde da wohl zum 18. August anfangen International Business and Management Studies zu studieren. Darauf freue ich mich riesig, auch wenn ich dadurch nur ca. 4 Wochen in Deutschland habe bevor ich wieder weg gehe. Ich muss auch sagen das ich inzwischen genug habe von meiner Arbeit hier, und mich ziemlich freue das diese Erfahrung, die ich nicht missen will, in 5 Wochen vorbei ist. Ich freue mich auch das ich meine Familie und Freunde bald wiedersehen kann, auch wenn ich glaube das ich Neuseeland und vor allem das Klima hier ziemlich vermissen werde ;) Zu meiner Arbeit werde ich in der nächsten Zeit aber noch mal einen extra Bericht schreiben da sich da auch einiges getan hat!

Sonntag, 6. April 2008

Wie die Zeit doch vergeht!

Es ist jetzt schon wieder einige Wochen her seit meinem letzten Blogartikel. Es ist nicht so das in den letzten Wochen nichts passiert sei, eher im Gegenteil.

Vor jetzt schon wieder zwei Wochen war Ostern. An Ostern war ich in Auckland wo ich Moritz besucht habe. Unser eigentlicher Plan war es an diesem verlängerten Wochenende, ich hatte ganze fünf Tage frei, die Waitomo Caves zu besichtigen und um Auckland herum einige Sachen anzuschauen. Naja es sollte nicht so ganz sein.

Als ich Donnerstagabend in Auckland ankam versuchten wir verzweifelt ein Mietauto zu bekommen, mit welchem wir dann zu den Waitomo Caves fahren könnten. Doch entweder es waren keine Autos verfügbar oder sie waren so teuer das sie schlicht unser Budget gesprengt hätten. Als wir dann auch noch Freitagmorgen verzweifelt versuchten eine Führung durch die Waitomo Caves zu buchen, und nichts mehr frei war mussten wir einfach einen anderen Plan entwickeln.

Das Problem mit dem Auto löste sich von selber, da eine Mitarbeiterin aus Moritz Projekt uns ihr Auto zur Verfügung stellte. Naja anstatt zu den Waitomo Caves zu fahren machten wir uns auf den Weg zum Strand.

Ausgestattet mit einem Bodyboard, Sonnenbrille und etwas zu Essen ging es zum Strand. Die Wellen waren zwar nicht ganz perfekt aber wir hatten trotzdem eine Menge Spaß und am Ende des Tages einen leichten Sonnenbrand!

Da über Ostern alle Pubs und Diskos schon um Mitternacht schließen, entschieden wir uns Abends mit Julian, einem weiteren Volunteer, ins Kino zu gehen und den überaus lustigen Film Drillbit Kid anzuschauen.

Samstagmorgen oder besser gesagt Samstagnachmittag entschieden wir uns Waiheke Island zu besuchen, eine kleine Insel etwas außerhalb von Auckland.
Wir nahmen eine Fähre und kamen gegen 3 Uhr auf Waiheke Island an. Nach einem Spaziergang über die Insel kamen wir schließlich an einen wunderschönen Strand, wo wir ausgerüstet mit ein paar Drinks, die nächsten Stunden verbrachten.

Auf dem Rückweg nach Auckland trafen wir dann eine ehemalige Klassenkameradin, Elisa, die im Moment als Au Pair hier in Neuseeland ist.

Nach einem schönen Abend zusammen mit ein paar Freunden, gestaltete sich der Sonntag als ziemlich relaxt mit einer zweistündigen Wanderung und einem weiteren Kino besuch.

Montags ging es dann leider schon wieder zurück nach Hause.

Im großen und ganzen waren es fünf erlebnisreiche Tage mit einer Menge Spaß, auch wenn ich das Wochenende danach mit einer Krippe im Bett lag!

Ich habe jetzt bereits acht von elf Monaten hier in Neuseeland hinter mir! Ich kann kaum glauben das ich in 11 Wochen bereits auf dem Weg nach Hause bin, auch wenn ich bevor ich zu Hause ankomme noch einen zweiwöchigen Trip durch Thailand machen werde.

Man fängt schon an darüber nach zu denken was man, bevor man nach Hause geht noch alles erledigen muss. Ich plane gegenwärtig meinen Trip durch Thailand, bewerbe mich an Unis und organisiere den Rücktransport meines überschüssigen Gepäcks.

Noch klarer wird es wenn man dann raus in die Natur schaut und beobachtet wie es hier gerade Herbst wird, die Bäume die Blätter verlieren und man sich dann klar macht das ein Jahr bald vorbei ist! Andererseits freut man sich auch darauf seine Familie und Freunde wieder zu sehen! Die verbleibenden 11Wochen werde ich aber noch ausführlich genießen!! ;-)

Sonntag, 9. März 2008

Unerwartete Vorfälle, Mt. Taranaki und ein glückliches Ende

Mein letzter Eintrag ist ja schon wieder eine unglaublich lange Zeit her. Doch es ist nicht so das in den letzten Wochen nicht viel passiert sei, nein ganz im Gegenteil es hat sich sogar eine ganze Menge geändert.

Vor ca. 1 ½ Wochen hatte Sebastian, mein Kollege, eine kleine Auseinandersetzung mit einigen Maori Frauen auf dem Block. Diese haben sich von ihm belästigt gefühlt, woraufhin sie ihren Bruder und einen Freund angerufen haben. Diese kamen einige Zeit später und forderten uns auf mit an den Strand zu kommen, wo das ganze sich abgespielt hatte, während ich meine Mittagspause genossen habe. Naja die Situation eskalierte etwas und der Bruder schlug Sebastian ins Gesicht, woraufhin dieser die Flucht ergriff. Die Situation endete mit einer Anzeige wegen Körperverletzung und einem Besuch beim Arzt um sicher zu stellen das alles noch an seinem Platz ist.

Eine weitere Folge war, das unser Arbeitsplatz als unsicher eingestuft wurde und wir vor der Wahl einer neuen Einsatzstelle standen.

Am Montag darauf bekamen wir einen Anruf von unserer Organisation das wir am Freitag ein Meeting haben, d. h. das wir drei Tage frei hatten, welche wir spontan für einen Trip zum Mt. Taranaki nutzten.

Wir mieteten ein Auto und los ging die fahrt. Dienstags fuhren wir von Tauranga aus nach Wanganui was ca. 380km entfernt direkt am Meer liegt. Abends besichtigten wir die Stadt, welche meiner Ansicht nach, keine besonderen Merkmale hat, sondern eher eine weitere neuseeländische Stadt darstellt.

Am nächsten Tag fuhren wir nach New Plymouth. New Plymouth liegt auch am Meer und zeichnet sich auch nicht durch irgendwelche Besonderheiten aus, ist es aber schon Wert einen Stop einzulegen.

Wir besuchten dort ein Museum das sich mit der Umgebung um den Mt. Taranaki beschäftigt. So erfuhr ich das 35km offshore von New Plymouth Erdöl gewonnen wird was einen Großteil des neuseeländischen Erdölbedarfs abdeckt.

Für den nächsten Tag stand der eigentliche Grund für unseren Trip auf dem Programm, die Besteigung des Mt. Taranaki. Also begaben wir uns abends auf den Weg nach Stratford, von wo aus wir unsere Tour starten wollten. Auf einem kleinen Rastplatz am Straßenrand schlugen wir unser Zelt auf und hofften auf sehr gutes Wetter für den nächsten Morgen, den das Wetter hatte uns am Tag vorher einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Der Wecker war auf 6:30Uhr gestellt. Doch als der Wecker klingelte und wir aufwachten hörte es sich verdächtig nach Regen an und wir dachten schon oh nein. Aber glücklicherweise dropfte nur der Tau von den Bäumen auf unser Zelt und es zeigte sich uns ein wunderschöner, sehr kalter Morgen. Nachdem wir das Zelt eingepackt und schnell etwas gegessen hatten, fuhren wir an den Fuß des Mt. Taranaki, auch Mt. Egmont genannt.

Mt. Taranaki ist ein ehemaliger Vulkan. Nach einer Sage der Maori befand sich Mt. Taranaki vor vielen tausend Jahren in der Mitte der Nordinsel, neben Mt. Tongariro. Beide liebten Pihanga. Beide kämpften um sie doch durch ein gewaltiges Beben, verursacht durch Mt. Tongariro, ergriff Mt. Taranaki die Flucht. Während dieser Flucht hinterließ eine gewaltigen Kanal, welcher heute der Fluss Wanganui ist. Wenn sich Mt. Taranaki mit Wolken umgibt ist ihm zum weinen zu mute.

Voller Euphorie machten wir uns gegen acht Uhr, bei wunderbarem Wetter, an den Gipfelsturm. Schnell mussten wir aber feststellen, dass es keinen richtigen Weg zum Gipfel gibt, sondern das man sich seinen eigenen Weg über Geröllfelder und Felsen bahnen muss. Schon nach kurzer Zeit taten wir uns mit einem Japaner zusammen, da dieser, im Gegensatz zu uns, ziemlich gut ausgerüstet war. Der Aufstieg war ziemlich anstrengend und offenbarte sich schnell als ziemliche Plackerei. Auch zogen während unseren Aufstiegs immer wieder dicke Wolkenfelder vorbei, sodass wir oft nur wenige Meter sehen konnten.

Nach ca. 3 Stunden kamen wir auf dem Gipfel, auf ca. 2500m an. Ziemlich erschöpft aber doch sehr glücklich es geschafft zu haben.

Nach einer ca. 1 stündigen Pause und der Bewunderung der fantastischen Sicht, auch wenn diese zunehmens schlechter wurde durch heraufziehende Wolken, begaben wir uns wieder auf den Abstieg. Doch der Abstieg stellte sich schnell als ziemlicher Herausforderung dar. Einmal durch die Felsen über die wir klettern mussten und zum anderen durch die fehlende Orientierung durch die Wolken.

So ergab es sich denn auch schnell das wir unerwartet vor einer riesigen Klippe standen, was bedeutete das wir unseren „Weg“ verloren hatten. Naja, d.h. das wir alles wieder nach oben laufen mussten und nach irgendwas suchen mussten das uns bekannt vorkam.

Schlussendlich fanden wir eine Mütze die irgendjemand verloren hatte und die dem Japaner und mir schon beim Aufstieg aufgefallen war.

Nach ca. 4 Stunden Abstieg, obwohl man normalerweise gerade einmal ca. 2 Stunden brauchen sollte, kamen wir völlig erschöpft am Auto an.

Doch leider war der Tag damit noch nicht vorbei, da wir noch die ganze Fahr nach Tauranga vor uns hatten. Auch diese stellte sich leider als länger heraus als wir dachten, sodass wir um ca. 11:30Uhr, nach insgesamt 420 gefahrenen Kilometern, wieder in Tauranga ankamen. Insgesamt sind wir auf die drei Tage verteilt mehr als 1000km gefahren, die waren es aber auch wert!

Ich bin überglücklich das wir diesen Trip unternommen haben, denn alleine wäre ich wohl kaum auf den Mt. Taranaki hochgelaufen.

Nun abschließend zu meinem Arbeitsplatz. Ich werde weiterhin in meiner Gastfamilie bleiben und auch weiterhin die Papierarbeit für mein altes Projekt erledigen. Allerdings werde ich nicht mehr auf unserem Land arbeiten, sondern in Gideons Fields, wo ich vorher auch schon einmal gearbeitet habe.

Sonntag, 24. Februar 2008

Napier

15-17.02.2008 Für dieses Wochenende war mal wieder ein kleine Trip nach Napier geplant.

Moritz und ich hatten eigentlich geplant Freitagsabends nach Napier zu fahren. Da Moritz aber nicht vor Freitagnacht bei mir sein konnte, entschieden wir uns Samstagmorgen zu fahren. So machten wir uns morgens um 7 Uhr auf die Rund 300km lange Fahrt nach Napier, wo wir nach ca. 3 ½ Std. fahrt ankamen.

Napier ist eine kleine Stadt an der Ostküste, welche für sein Art Déco berühmt ist.

1931 erlebte Napier ein schweres Erdbeben, 7,9 auf der Richterskala, dass die Stadt weitestgehend zerstörte. Nach diesem Erdbeben war Napier um 40km2 gewachsen, da durch das Erdbeben eine ganze Bucht um 2m in die Höhe gehoben wurde. So liegt z.B. der heutige Flughafen von Napier auf ehemalig geflutetem Land. Nach dem Beben wurden viele Gebäude der Stadt original Getreu wieder aufgebaut bzw. restauriert. Heute streitet sich Napier mir Miami um den Titel der Art Déco Welthauptstadt.

Wir sind dieses Wochenende nach Napier gefahren, da gerade an diesem Wochenende ein Art Déco Festival war. D.h. das an diesem Wochenende die komplette Innenstadt gesperrt war für Autos von vor 1951. Desweiteren sind viele Menschen im Stil von 1930-1950 gekleidet gewesen, was eine sehr authentische Stimmung in der Stadt aufkommen lies.

Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt, war eine Oldtimerparade angekündigt, die ich mir nicht entgehen lassen wollte. Die Parade umfasste 320 Oldtimer der verschiedensten Jahrgänge, als auch die verschiedensten Restaurationen. So gab es Wagen die meinem Eindruck nach einfach nur funktionsfähig gemacht wurden, hingegen gab es andere die aufwendigst bis ins kleinste Detail restauriert wurden und natürlich ein paar die auf moderne Weise hergerichtet wurden.

Zwischen all diesen wunderschönen alten Autos gab es Dudelsack Gruppen und andere Gruppen, wie die Besatzung eines Navi Schiffes. Eine kleine Showeinlage boten auch die Motorräder, welche mit viel Gestank und Lärm die Masse zum jubeln brachten.

Per Zufall befanden sich auch noch zwei die mit mir Abi gemacht haben an diesem Wochenende in Napier, sodass wir uns kurzer Hand verabredeten und den Nachmittag zusammen verbrachten. Neben einem Croquet Spiel genossen wir die Cafés in Napier, welche zu einem gemütlichen Nachmittag einluden.

Abends lud eine Live Band zum Tanzen zu Jazz Musik ein, was für uns eher uninteressant war, da wir alle nicht wirklich Tanzen können ;)

Am nächsten Morgen schauten wir uns ein Soap Box Race (Seifenkistenrennen) an. Es ist schier unglaublich wie viel Arbeit einige in ihre Seifenkisten stecken. So gab es einen Oldtimer der komplett aus Kupfer geschweißt war, oder eine Seifenkiste die wie eine fahrende Weinflasche aussah. Schlicht viele, viele sehr gute Ideen.

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Hastings, wo wir weitere Art Déco Häuser besichtigten und gemütlich zu Mittag aßen.

Danach brachen wir leider schon wieder nach Tauranga auf, da Moritz auf dem Weg noch ein paar andere Exchangees besuchen wollte, sodass wir erst spät Abends in Tauranga ankamen.